Getreidemühle

Konstruktion einer Getreidemühle in Burkina Faso

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Weltkarte Projektidee

  • Wissenstransfer durch Entwicklung vor Ort
  • Lokale Wertschöpfung durch lokale Handwerker
  • Energieeffizienz schont die Umwelt
  • Entlastung der Frauen von schwerer Tätigkeit

Weltkarte Funktionsweise

  • Mahlwerk mit Mühlsteinen aus Granit
  • Betrieb mit 1 kW Elektromotor
  • Hohe Energieeffizienz
  • Solarbetrieb möglich

Weltkarte Bisherige Aktivitäten

  • 2017: Abschluss Forschungsarbeit am Prototyp
  • 2013: Bau des neuen Prototyps
  • 2011: Motorisierung und kommerzielle Nutzung 
  • 2007: Bau der ersten Fahrradmühle

Weltkarte Ausblick

  • Weiterentwicklung zur Serienreife
  • Antrieb mit Photovoltaik
  • Bau von 2 Solarmühlen in Burkina Faso
  • Aufbau einer Produktionsstätte vor Ort
Ausgangssituation

Im ländlichen Burkina Faso erfüllen Frauen und Mädchen tagtäglich viele anstrengende Aufgaben: So sind sie unter anderem für die Weiterverarbeitung der Lebensmittel zuständig. Das Mahlen von Getreide ist mühsam und zeitaufwendig.

« Traditionell treffen sie sich am Abend auf dem Mahlplatz, um mit Hilfe von zwei Granitsteinen Hirse zu zerreiben. »

Natürlich gibt es vor Ort moderne, mit Dieselmotoren betriebene Mühlen, die jedoch von den Dorfbewohnern kaum genutzt werden. Die Gründe: Sie sind sehr teuer in der Anschaffung und im Unterhalt, belasten die Umwelt und Wartungs- und Reparaturarbeiten können ausschließlich von ausgebildeten Fachkräften durchgeführt werden, die nur schwer zu kontaktieren sind.

Prototyp

Aus dieser Problematik heraus entstand die Idee, eine Alternative zu entwickeln: Eine Mühle, die einfach funktioniert und gleichzeitig eine große Effizienzsteigerung mit sich bringt.

Getreidemühle2007 entstand der Prototyp der Fahrradmühle in Ouahigouya, im Norden Burkina Fasos. Wie die traditionelle Methode, zermahlt auch diese Mühle das Getreide mit Hilfe von zwei Granitsteinen.
Seit 2009 wird diese Technologie weiter entwickelt, zusätzliche Fahrradmühlen werden vor Ort gebaut und installiert. Hierfür bilden wir lokale Handwerker entsprechend aus. Zusätzlich schulen wir motivierte Mitarbeiter in den jeweiligen Dörfern. Sie können in unserer Abwesenheit die Leitung übernehmen und betreuen projektbezogen die technischen und organisatorischen Abläufe. Seit 2012 wird neben Körperkraft auch mit Motorantrieb gearbeitet. Damit wird einer veränderlichen Realität in Burkina Faso Rechnung getragen.

« Das ländliche Burkina Faso und seine Bedürfnisse verändern sich stetig, weshalb sich auch die passenden Technologien weiterentwickeln müssen. »

Mit Motor können energieeffizient auch größere Getreidemengen gemahlen werden. Da auch die Motorisierung gemeinsam mit lokalen Handwerkern umgesetzt wurde, können Betrieb und Wartung langfristig sichergestellt werden.

Die Motorisierung der Fahrradmühle hat uns vor große Herausforderungen gestellt, da viel höhere Kräfte wirken und die Mühle sich viel schneller dreht als ursprünglich ausgelegt. So froh wir darüber waren, dass uns die Anpassungen gelungen waren, wollten wir dennoch die Erfahrungen nutzen, um einen komplett neuen Prototyp zu realisieren. Nach der kompletten Neukonzeption des Prototyps, wurde dieser schließlich 2013 in Burkina Faso erstmals gebaut. Der neue Prototyp ist viel robuster und kommt verschiedenen Mühlen, die auf dem Markt erhältlich sind, schon sehr nahe.

Im Vergleich zu den meisten Mühlen haben wir uns entschieden, das Mahlwerk umzudrehen. So dreht sich seither der untere Stein und der obere steht still. Zwei Pinsel, die sich ebenfalls mitdrehen, sorgen dafür, dass das Mehl ständig ausgeworfen wird. Die Mühle konnte 2013 direkt in Betrieb genommen werden und ihr Bau war somit ein großer Erfolg. Dennoch waren wir noch nicht zufrieden, da kommerzielle Mühlen leichter zu handhaben sind und unsere Mühle häufiger blockierte. Zunächst wurde eine Vorrichtung entwickelt, die für eine regelmäßige Zufuhr des Korns in das Mahlwerk sorgen soll. Die Neigung kann dabei verändert werden, da verschiedene Getreidesorten sich ganz unterschiedlich verhalten. Als 2015 eine zufriedenstellende Lösung erarbeitet hatten, blockierte die Mühle viel seltener.

Der letzte Entwicklungsschritt war eine gefederte Lagerung des unteren Mühlsteins. So einfach die Idee klingt, mussten wir mehrere Anläufe nehmen, bevor es uns endlich gelang. Nach zwei gescheiterten Versuchen wurde der Wagenheber, welcher der Höhenverstellung diente und auf dem die Achse gelagert war, endgültig in Frührente geschickt und durch eine federnd gelagerte Spindel ersetzt. Diese ermöglicht es dem Müller die Mühlsteine im Blick zu haben und gleichzeitig sein Mahlwerk einzustellen. Zudem lässt sich ein Blockieren der Mühle nun gänzlich vermeiden. Damit haben wir im Januar 2017 das Forschungsprojekt des zweiten Prototypen abgeschlossen. Diese Mühle wurde zwar auf dem Papier in Deutschland geplant, aber komplett in Burkina Faso gebaut und weiter entwickelt. Dabei sind unsere Partner vor Ort zu echten Mühle-Technikern geworden. Dieses Know-how ist von unschätzbarem Wert, da unsere Partner nun in der Lage sind, selbst Mühlen zu bauen, zu warten und zu reparieren. Darüber hinaus können sie selbst kleine Maschinen konzipieren und auch für schwierige technische Probleme Lösungen erarbeiten. Dennoch haben die finalen Entwicklungsschritte auch sehr viel Zeit gekostet. Daher haben wir uns entschieden einen dritten Prototypen in Deutschland zu bauen, um dann bis 2019 eine bereits marktreife Mühle in Burkina Faso bauen zu können.

Ausblick

Für 2018 ist der Bau eines marktreifen Prototypen in Deutschland geplant. Das Ziel diese Forschungsprojektes ist es, eine Mühle zu konzipieren, die kleiner und materialsparender ist, aber dennoch in Robustheit und Mahlleistung ihrem Vorgänger in nichts nach steht. Die Konstruktion muss weiterhin einfach gehalten werden, sodass unsere Techniker in Burkina Faso sie ohne weiteres Nachbauen können. Eine weitere Herausforderung ist die Konzeption eines dauerhaft funktionierenden Solarbetriebes. Diese Aufgabe ist sehr anspruchsvoll und es ist notwendig, die Größe der Solaranlage, der Batterie und des Motors genau aufeinander abzustimmen. Die Forschungsarbeit soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein.

Da die elektronischen Teile nicht in Afrika hergestellt werden können, müssen diese Teile nach Burkina Faso importiert werden. Im Januar 2019 bauen wir den neuen Prototyp mit unseren Technikern vor Ort, um sie mit der Solaranlage in einem Dorf nahe unseres ökologischen Zentrums in Betrieb zu nehmen. Zur Finanzierung dieses Vorhabens fand im Juni 2017 ein Spendenlauf am Gymnasium Schramberg statt, der über 7500 Euro an Spendengeldern einbrachte: Die Siebtklässler des Gymnasiums sind dafür gelaufen, dass andere Kinder in Zukunft nicht mehr so weit laufen müssen, da sie eine Mühle in ihrer direkten Umgebung haben. Hoffentlich können einige dann stattdessen zur Schule gehen.

Impressionen vor Ort

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Weitergehende Informationen

» Getreidemühle „Neeré Moderne“ (PDF)

Getreidemühle

Hirse wird in Burkina Faso mit diesem Zeichen symbolisiert. Bei uns steht es für das Projekt Getreidemühle.

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