Neues von unseren „Fairer geht’s nicht“ Partnerinnen!

Während unserem vergangenem Projekteinsatz im Januar und Februar in Burkina Faso, hatten wir einmal mehr die Möglichkeit im direkten persönlichen Austausch die Situation unserer „Fair Products“- Produzentinnen genauer zu betrachten und zu bewerten. Wie das im Leben so ist, gibt es gute und weniger gute Nachrichten. Zuerst zu den guten Nachrichten: Die Damen um Adja, die unsere Trockenmangos herstellen haben es trotz des herben Rückschlags, als ihre Manufaktur letztes Jahr niederbrannte, geschafft. Wir waren ehrlich beeindruckt als wir in die Manufaktur kamen und sahen wie der Betrieb floriert. Sie bieten jetzt neben den Trockenmangos auch anderes getrocknetes Obst und Gemüse an, die alle in schönen Verpackungen mit Etiketten und Ablaufdatum auf dem lokalen Markt angeboten werden. Die Frauen haben jetzt also nicht nur zu Mangosaison Arbeit, sondern können das ganze Jahr über die saisonalen Früchte und das Gemüse trocknen und verkaufen. Sie haben sogar einen Backofen in dem sie Kekse aus Kartoffeln herstellen… Da wurde natürlich sofort im Sinne des interkulturellen Austauschs mittags Kaffee und Kuchen bei uns angeboten! Es war für uns ein sehr schönes Erlebnis zu sehen, wie die gemeinsame Arbeit Früchte beziehungsweise Kekse trug. Viele Schulungen und Gespräche waren nötig, um ein Bewusstsein zu schaffen für die Wünsche und Erwartungen auf dem europäischen Markt. Trotzdem sind sie sich treu geblieben, was man am Design der lokal verkauften Produkte sehen kann. Sie sind sauber verpackt und klar gekennzeichnet aber trotzdem im eigenen Stil gehalten. Die Etiketten drucken sie selbst in der ersten Druckerei in Ouahigouya. Das ist lokale Wertschöpfung!

Nicht zuletzt muss man aber auch Euch ein großes Lob und Dank aussprechen. Viele haben gespendet, als die Manufaktur abbrannte und wir konnten ihnen auch finanziell beim Aufbau helfen. Im April werden noch Spezialisten aus Ouagadougou kommen um die neuen Öfen zu inspizieren und die Sicherheit zu verbessern, damit so etwas hoffentlich nie wieder geschieht. Vielen Dank!

Wie schon angekündigt, gibt es auch eine weniger gute Nachricht… Die Zukunft der Frauen aus der Savonnerie, unserer Seifenmanufaktur, ist ungewiss. Die Chefin, Geneviève geht auf das Rentenalter zu und findet keine Nachfolgerin. Das ist schlimm, denn die Frauen die dort arbeiten sind alle Witwen oder Geschiedene, was bedeutet, dass sie sich und ihrer Kinder zumeist vollständig von dieser Arbeit ernähren. Ich war wirklich niedergeschlagen als mir Geneviève das offenbarte und zu Beginn konnte ich nicht verstehen, wieso es so schwer ist eine Nachfolgerin zu bestimmen für einen so gut laufenden Betrieb aber am Ende muss ich sagen, dass es wirklich nicht so leicht ist. Man muss schon einiges können um Chefin zu sein, das habe ich eingesehen. Wie viele Frauen kenne ich sonst noch, die es sich zutrauen die Verantwortung zu übernehmen, Amtssprache und Stammessprache sprechen, mit einem Computer umgehen zu können, eine natürliche und zugleich sanfte Autorität ausstrahlen, mitanpacken können und wollen, so viel von Seifen und Sheabutter verstehen und trotz all dieser Fähigkeiten bescheiden bleiben und teilen was sie haben? Ich kann euch sagen, weder hier noch dort fallen mir da viele ein… Trotzdem oder gerade deshalb habe ich in diesem Projekteinsatz besonders viel mit der Savonnerie gearbeitet.

Wir haben ein neues Produkt!

Die Sheabutter oder auch Karitebutter genannt, aus denen unsere Seifen zu 52% bestehen, kann man jetzt auch pur kaufen. Um ein bisschen Abwechslung zu bieten und weil der Geruch der naturreinen Sheabutter nicht jedermanns Sache ist, haben wir außerdem ein Rezept entwickelt mit Dattelöl und ätherischem Lavendel- oder Zitronenöl. Zu kaufen gibt es diese bei uns auf den Märkten (siehe Veranstaltungskalender). Natürlich hatten wir wieder viel zu lachen, besonders über mich. Die, die ständig die Worte verwechselt, sich beim Essen mit den Händen immer noch blöd anstellt und es einfach nicht schafft 30kg freihändig auf dem Kopf zu balancieren, während einem ein Kind im Tuch am Rücken hängt und dabei anmutig auszusehen. Trotzdem habe ich auch viel Anerkennung bekommen, denn viele dort wissen nicht, dass wir Weißen auch richtig arbeiten können. Wie auch? Sie kenne uns meistens ja auch nur in klimatisierten Autos sitzend, aus dem Fenster starrend und Bonbons an die Kinder verteilend.

Ich hoffe sehr, dass Geneviève noch jemanden findet, der das Ruder übernimmt und wünsche ihr, dass sie es auch wirklich schafft in den Ruhestand zu gehen. Bis dahin werde ich mir einfach einen lebenslangen Seifenvorrat kaufen, um auf Nummer sicher zu gehen…

Euch allen einen schönen Frühling und viel Spaß beim Mango-Tango!
Lili (Projektleiterin „Fairer geht’s nicht“)

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